Chiang Mai: Kochen, Kämpfen, Klettern & Kneten

Chiang Mai ist die größte Stadt im Norden von Thailand. Hier verbringen nicht nur westliche Reisende gerne ein paar Tage, der Ort ist auch unter den Thais sehr beliebt. Wenn die Tage und vor allem die Nächte in Bangkok unerträglich heiß sind, bietet Chiang Mai oder die Rose des Nordens mit seinem gemäßigten Klima eine willkommene Abkühlung. Insbesondere das Umland besticht durch seine wunderschöne Berglandschaft und viel Grün, gerade nach der Regenzeit im November. Das Angebot an Aktivitäten ist unfassbar groß: Kajak, Klettern, Trekking, Yoga, Squat-Touren, Elefantenreiten, Massagekurse, Zip Lining, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Genauso gut kann man in Chiang Mai einfach mal einen Tag in einem der vielen süßen Cafés verbringen und die Seele baumeln lassen oder einen Blog Post verfassen. Das Ergebnis seht ihr nun hier.

 

Long live the king

Long Live the King
Unser Aufenthalt in Chiang Mai war geprägt von einem der wichtigsten Feiertage im Kalender eines jeden Thai: Dem Geburtstag des Königs am 5. Dezember. Die Thais lieben ihren König wie kaum ein anderes Volk auf der Welt. Fast in jedem Geschäft, Hotel, Restaurant oder Wohnzimmer hängt ein Portrait von ihm. Rund um den Geburtstag nimmt diese Omnipräsenz deutlich zu. In Bangkok haben wir nur die Vorbereitungen auf den Geburtstag mitbekommen. Um den Königspalast waren die Straßen so festlich geschmückt und elegant beleuchtet, dass bei uns richtig weihnachtliche Stimmung aufkam. In Chiang Mai zeigten auf einer großen Bühne Tanzgruppen und Sänger ihr Können. Um das „Wir-Gefühl“ noch etwas zu steigern, tragen viele Thais an diesem Tag gelb, die Farbe des Königs. Auf unsere Frage wie alt der König denn würde bekamen wir Zahlen zwischen 82 und 93 genannt. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte, denn wie uns schließlich der Wikipedia Artikel über das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt verriet ist er nun stolze 87 Jahre alt. Es schien fast so, als würden die Thais das Alter des Königs verdrängen, da sein potenzieller Nachfolger sehr unbeliebt ist und eher für seine krummen Geschäfte bekannt ist.

 

Kochkurs in Chiang Mai

In den letzten drei Wochen in Thailand haben wir die traditionelle Küche sehr zu schätzen gelernt. Sie ist sehr abwechslungsreich und gesund. So stand unser Entschluss fest, etwas mehr über Pad Thai und co. zu erfahren. Das Angebot an Kochschulen in Chiang Mai ist riesig. Am Ende entschieden wir uns für Sam’s Organic Cooking School Das besondere an diesem Kurs, er findet auf einem sehr idyllischen Bauernhof statt und viele Zutaten kommen direkt vom Feld vor der Tür. Zu Beginn des Kurses wurde alles Notwendige auf einem lokalen Markt eingekauft. Wir erfuhren dabei mehr über verschiedene Reissorten, die Herstellung von Kokosmilch und welche Chilischoten einen richtig zum Schwitzen bringen. Kaum auf der wunderschönen Farm angekommen legten wir auch gleich los und stellten grüne, rote und gelbe Chilipaste her, um anschließend daraus ein unfassbar leckeres Curry zu kochen. Das Beste an dem Kurs: Wir durften all die gekochten Köstlichkeiten anschließend selbst verputzen, wobei wir am Ende des Tages so voll waren, dass wir uns schworen, die nächsten drei Tage nichts mehr zu essen.

 

Thai-Boxing Live in Chiang Mai

Chiang Mai Thai BoxkampfIch war schon immer ein großer Freund des Boxsports. Als jüngste von drei Töchtern habe ich meinem Vater früh den gefallen getan, sein Interesse für Fußball und Boxen zu teilen. Wenn schon kein Junge, dann doch bitte eine Tochter mit Begeisterung für männerdominierte Sportarten. Außerdem durfte ich als Kind so gut wie kein Fernsehen. Einzige Ausnahme: Sportsendungen. Wie dem auch sei…ich wollte unbedingt zum Thaiboxen, ist ja schließlich auch ein Teil der thailändischen Kultur smile. Für 10 € waren wir mitten drin statt nur dabei. Ein Kampf geht über 5 Runden und wird begleitet von sehr anstrengender orientalisch wirkender Flöten Livemusik. Die im Laufe des Abends immer besser werdenden Kämpfe wurden nicht nur gelegentlich vom Ringrichter unterbrochen, sondern auch von vielen kurzen Stromausfällen. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Besonders lustig wurde die ganze Veranstaltung durch spontane Wetten mit Einheimischen. Am Ende verließen wir das „Stadium“ mit plus minus null.

 

Thai-Massage

An unserem letzten Abend in Thailand fiel Alex weit nach Mitternacht auf, dass wir noch gar keine Thaimassage bekommen hatten. Ich fand das auch nicht weiter tragisch, da ich diese etwas grobe Art von Massage nicht besonders schätze und die Idee einfach ins Bett zu gehen, viel verlockender war. Wären wir nur zu zweit gewesen, hätte ich das Unheil mit geschickter Argumentation abwenden können. Unsere Berliner Freunde Despina und Berkan waren nur leider auch ganz angetan von dem Gedanken. So wurde kurzer Hand ein Tuk Tuk angehalten und mit Zeichensprache dem Fahrer unser für diese Uhrzeit doch eher ungewöhnliches Ziel verständlich gemacht. Praktischerweise saß neben dem Fahrer eine Frau, die sich später als Masseurin entpuppte und so langen wir keine 10 Minuten später nebeneinander aufgereiht in einem Thai-Massage-Salon. Während alle anderen die 60 Minuten zu genießen schienen, war ich froh als sie um waren.

 

Klettern rund um Chiang Mai

Kletterwand In Chiang Mai sind wir durch unsere Freunde Gregg und Courtney, mit denen wir schon in Nepal das ein oder andere Abenteuer erlebt haben, zum Klettern gekommen. Sie Reisen für ein Jahr um die Welt und haben dabei einen Schwerpunkt auf den Klettersport gelegt. Von Chiang Mai aus fährt man etwa 30 Minuten in ein Gebiet mit vielen verschiedenen Klettersteigen und diversen Schwierigkeitsgraden. Zu Beginn ist es eine eher mentale Herausforderung dem Material und der dich sichernden Person zu vertrauen. Man hat das Gefühl ohne Netz und doppelten Boden die steile Felswand herauf zu krackseln. Doch nach und nach steigt das Vertrauen und man kann ganz oben die herrliche Aussicht auf das Umland von Chinag Mai richtig genießen. Die zwei Tage haben uns so gut gefallen, dass wir nun auf unserer weiteren Reise immer mal wieder Klettertage einlegen wollen, sollte der ganz gemeine Muskelkater überhaupt noch mal weg gehen. Du darfst also gespannt sein.

 



'Chiang Mai: Kochen, Kämpfen, Klettern & Kneten' has 1 comment

  1. 16/01/2015 @ 4:41 Auszweit / Vang Vieng: Nicht nur Party - Auszweit

    […] über Fahrradtouren bis hin zu Kajakausflügen ist für jeden Aktivurlauber etwas dabei. Da wir in Chaing Mai den Klettersport für uns entdeckt haben, konnten wir es kaum abwarten, in Vang Vieng die […]

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