Komfortzone verlassen: Der etwas andere Reisebericht

Was hat das Thema "Komforzone verlassen" mit diesem Reiseblog zu tun? Durch Ereignisse in den letzten Jahren habe ich (Alex) mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, auch beim Planen dieser Reise spielte das Verlassen der Komfortzone eine große Rolle. Meine Gedanken zu diesem sehr großen Thema möchte ich mit allen Interessierten teilen und freue mich über Feedback.

Hast du schonmal darüber nachgedacht, was du alles im Leben machen und erreichen möchtest (Bucketlist)? Was wäre für dich ein perfektes Leben? Was ist dir wichtig (Familie, Freunde, Job, Stadt, Hobbies etc.)? Was würden die dir nahestehenden Menschen nach deinem Tod über dich sagen? 

Sicher, es gibt unendlich viele Antwortmöglichkeiten. Auf die Antwort kommt es letztendlich nicht an, viel wichtiger ist es, sich der Frage zu stellen.

Nachdem man diese Fragen (wenigstens zum Teil) für sich beantwortet hat folgen Entscheidungen. In diesem Post geht es um die Entscheidungsfindung und –umsetzung am Beispiel einer längeren Reise.

Der Wunsch um die Welt zu reisen und fremde Kulturen und Länder kennenzulernen beschäftigt viele Menschen in ihrem Alltag. Diesen Wunsch Realität werden zu lassen gelingt aber leider nur sehr wenigen. Auch ich sah mich genau diesen Problemen lange Zeit ausgesetzt und habe innerlich sehr gehadert meinen Job für die Reise zu kündigen; meine Berliner Komfortzone zu verlassen. Meistens kommt etwas „wichtiges“ dazwischen: Der nächste große Karriereschritt (die nächste Chance zur Beförderung kommt so schnell nicht wieder; verliert man da nicht den Anschluss?) das fehlende Geld (schließlich muss man etwas für schlechtere Zeiten zurücklegen, Rentenbeiträge zahlen usw.), die Familienplanung (die eigentlich noch zig Jahre Zeit hat, aber man weiss ja nie), sonstige soziale Verpflichtungen (wie erkläre ich bloß die 6 monatige „Lücke“ in meinem Lebenslauf? Wie erkläre ich meinen Eltern, dass ich nach dem Abi, Studium etc. ertmal reisen möchte?)

Alles Bullshit! schreien viele innerlich, nur um sich dann doch ihrem Alltag zu beugen – diese eine Sache noch abschließen und danach kann man immernoch verreisen. Außerdem hat man ja auch noch die Zeit als Rentner, in der man Reisen kann – wenn denn die liebe Gesundheit mitspielt… Genauso kann es einem mit einer ewig aufgeschobenen Kündigung eines nicht erfüllenden Jobs und dem Beenden einer ungesunden Beziehung gehen usw. Die Krankenschwester Bronnie Ware schreibt in ihrem Buch ="line-height: 20.7999992370605px;">5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden, dass viele Menschen nicht den Mut gehabt hätten, die Komfortzone zu verlassen und immer wieder den sozialen Erwartungen erlagen. Hier gibt es eineZusammenfassung des Buches. Die Komfortzone zu verlassen ist also unabdingbar, um nicht in den gefährlichen Alltagstrott zu fallen. Genau hierzu empfehle ich den Track Manfred Mustermann von Blumentopf…

Komfortzone verlassen

 

Wie kann ich meine Komfortzone verlassen? 

Mit Komfortzone ist das bisherige Leben mit allen gewonnen Erfahrungen und Gewohnheiten gemeint. In ihr fühlen wir uns sicher. Alle neuen Dinge, die wir noch nicht erfahren haben, liegen außerhalb dieser Komfortzone – wir müssen Risiken eingehen, Mut und Einsatz aufbringen um sie zu erreichen. Deshalb haben wir häufig Angst davor, sind gestresst oder schieben diese Dinge Ewigkeiten vor uns her.

Die folgende Anleitung bietet eine Möglichkeit die Komfortzone zu verlassen. Ich selbst habe sie mehrfach befolgt, beispielsweise als ich der Juristerei nach dem ersten Staatsexamen den Rücken gekehrt habe und als Quereinsteiger in der Berliner Startup-Szene gelandet bin oder als ich meinen Job aufgegeben habe um die aktuelle Reise anzutreten… All diese Schritte waren langatmige Entscheidungsprozesse…
 

Schritt 1: Bewusstsein schaffen – Warum wir den Status Quo lieben und Veränderungen hassen

Auf den ersten Blick scheint es widersprüchlich, dass unser Geist uns von der Erweiterung unserer Komfortzone abhalten will. Verantwortlich für dieses Phänomen ist eine Funktionseinheit unseres Gehirns – das limbische System, welches maßgeblichen Einfluss auf die Steuerung unserer Emotionen hat. Es erkennt die Gefahren (weniger die Chancen) der bevorstehenden neuen Erfahrungen und soll unser Überleben sichern, indem es uns von neuen Handlungen mit ungewissem Ausgang abhält. Vor diesen Hintergrund müssen wir ein Bewusstschein schaffen und den Impulsen des limbischen Systems aktiv entgegentreten, wenn wir an Herausforderungen wachsen und unsere Komftorzone verlassen möchten.

 

Schritt 2: Chancen und Risiken definieren

Was sind dir deine Ziele wert? Gerade wenn es um Punkte auf der Life-Bucketlist geht, wahrscheinlich einiges. Am Beispiel unserer Weltreise ließe sich anführen:

Risiken: Schwierigkeiten bei der nächsten Jobsuche, finanzielle Probleme durch fehlendes Einkommen und offene Rentenbeiträge, gesundheitliche Probleme durch exotische Krankheiten / Unfälle etc., Verpassen wichtiger Ereignisse – etwa der Nachwuchs eines guten Freundes o.ä.

Chancen: Einzigartige Lebenserfahrungen, Gewinnung neuer Perspektiven, Erinnerungen die ein Leben lang anhalten, inneres Glücksgefühl, Zufriedneheit, Sprachkenntnisse verbessern, neue Freundschaften mit spannenden Menschen schließen uvm.

 

Schritt 3: Das Worst Case Szenario ausmalen und relativieren

Was soll schon schiefgehen!? Mir persönlich hilft es, den schlimmsten „Fall der Fälle“ einmal gedanklich durchzugehen und ihn dann mit etwas Abstand zu betrachten. Bei unserer Reise wäre denkbar, dass Elena und ich uns nach 2 Tagen Streit trennen, wir uns beim Trekking beide Beine brechen und ich nach meiner Rückkehr erst ALG I und dann Hartz IV beantragen muss.

Klingt erstmal weniger rosig. Dann fällt mir aber auf, dass die meisten Vorkommnisse genauso gut passieren könnten, wenn ich nicht verreisen würde: Brüche und Bänderdehnungen haben mir schon den ein oder anderen Sommerurlaub verhagelt, soetwas kann jederzeit und überall passieren. Oder mir fällt auf, dass es andere Lösungen für mögliche Folgeprobleme gibt: Arbeitgeber, die eine Weltreise negativ auslegen, hätten mich ohnehin tot unglücklich gemacht. Andere Arbeitgeber finden Reiseerfahrungen vielleicht cool oder der Schritt in die Selbständigkeit wird gegangen (das könnte der nächste Anlauf sein, die Komfortzone zu verlassen *smile). Zeitdruck in der Sache besteht auch nicht, ALG I ist doch auch ganz nett *smile.

Ergebnis: Optimistisch bleiben – alles easy.

 

Schrit 4: MACHEN – no regrets.

Wenn das mentale Setting soweit steht geht es ums Machen. Hierbei ist wichtig, das Vorhaben gegenüber Dritten schonmal anzukündigen, um damit die Verpflichtung gegen sich selbst zu verstärken. Auch wir haben Freunden und Bekannten lange im Vorfeld von der Reise davon erzählt, um uns selbst stärker daran zu binden.  

Was meine ich mit no regrets? Ist die Entscheidung einmal wohlüberlegt gefällt, gilt es sie zu verteidigen. Besonders die Familie und das nähere Umfeld neigen dazu, gewagte Schritte anfangs zu kritisieren und einen von der Entscheidung abzubringen. Es gilt: je gewagter das Vorhaben, umso größer die Widerstände – ganz extrem habe ich das bei meinem Berufswechsel erlebt – "Das zweite Examen nicht zu machen, kommt einer Kastration gleich" (Gespräch mit einem Anwalt), "Wenn Sie das nicht eines Tages bereuen (mein Professor)", "Dann war alles umsonst und Sie müssen von vorn beginnen (mein alter Arbeitgeber)" usw. Hierbei bloß nicht entmutigen lassen, sondern den Lebenstraum aktiv verteidigen – oder in Pipi Langstrumpfs Worten "(…) Ich mach mir die Welt – wi di wi di wie sie mir gefällt!"

Wie so vieles auf der Welt kann man auch der Verlassen der Komfortzone durch Übung erlernen. Hier ein paar Anregungen:

  • jeden Morgen eine eiskalte Dusche (die Komfortzone beginnt bei lauwarmem Wasser)
  • bei jeder Gelegenheit vor großem Publikum sprechen (Wortmeldungen in Vorlesungen, großen Meetings, auf Firmenfeiern usw.)
  • Personen ansprechen, die man interessant findet und in ein kleines Gesrpräch verwickeln (nennt man das Flirten?)
  • Fremdsprachen üben (etwa auf Reisen)
  • die eigene Meinung auch in unangenehmen Situationen vertreten

 

Weitere Infos zum Thema "Komfortzone verlassen" und Persönlichkeitsentwicklung

Welche Lebenssituationen haben dich aus deiner Komfortzone geholt? Welche Alltags-Situationen fordern dich heraus? 



'Komfortzone verlassen: Der etwas andere Reisebericht' have 5 comments

  1. 03/10/2014 @ 0:25 Ben

    Hey Ihr!

    Sehr cooler Artikel!!

    Danke für die Erwähnung! Aber ich heiße Ben und nicht Max 😉

    Alles Liebe und weiter viel Spaß außerhalb eurer Komfortzone!

    Ben

    Reply

    • 03/10/2014 @ 12:11 ElenAlex

      Hi Ben, hi Ana, 

      entschuldigt, völlig richtig, ist korrigiert. Ich hatte auch einen Blog von einem Max gelesen, verlinke ich später nochmal… außerdem ist es hier in Nepal sehr heiss zzt. 😉

      Beste Grüße vom Fuße des Himalaya! 
      Elena & Alex

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  2. 03/10/2014 @ 8:29 Ana

    Bin gerade zufällig auf eurer Seite gelandet – großartig!!
    Kleine Anmerkung am Rande:; Anti-Uni wird von Ben geschrieben nicht von Max.

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  3. 03/01/2016 @ 18:12 Reisen als Entschleunigung | margute.com

    […] Um über sich hinaus zu wachsen, muss man ab und zu die eigene Komfortzone verlassen. Das fällt jedem Menschen schwer. Dennoch gibt es meiner Meinung nach Menschen, die es schaffen und andere die daran scheitern und wieder andere, die es gar nicht versuchen. Die letzteren sind, meiner Meinung nach, die unglücklichsten Menschen. Sie bleiben ein Leben lang Gefangene ihrer selbst und bemitleiden ihr Unglück anstatt es zu ändern. Die ehemalige Krankenpflegerin Bronnie Ware schreibt in ihrem Buch über fünf Dinge, die Sterbende am Meisten bereuen. Sie schreibt “Wir haben die Freiheit zu wählen. […] Viele Patienten erkennen das erst zum Schluss. Sie stecken in alten Mustern und Gewohnheiten und dem Komfort der Gewohnheit.” Über die Zeit eigene Verhaltensmuster zu ändern, entscheidet darüber ob und wie wir uns weiterentwickeln. Denn auch unser Umfeld entwickelt sich weiter. Daher ‘raus aus der Komfortzone und regelmäßig Dinge tun, die man vorher noch nie getan hat! Beim Reisen gilt es an Orte zu fahren, an denen man noch nie gewesen ist oder neue Speisen zu probieren, die man vorher noch nie probiert hat. Oder einmal für einige Zeit alleine zu verreisen. Es können jedoch auch kleinere Dige sein, wie zum Beispiel einen anderen Weg zu nehmen beim Heimfahren vom Büro oder ähnliches. Nicht zu viel nachdenken, einfach tun! Tips und einen tollen Beitrag zu diesem Thema findet ihr auf dem Blog Auszweit. […]

    Reply

  4. 18/06/2016 @ 11:38 Die fabelhafte Welt des Reisens - margute

    […] Denn auch unser Umfeld entwickelt sich weiter. Daher ‚raus aus der Komfortzone und regelmäßig Dinge tun, die man vorher noch nie getan hat! Beim Reisen gilt es an Orte zu fahren, an denen man noch nie gewesen ist oder neue Speisen zu probieren, die man vorher noch nie probiert hat. Oder einmal für einige Zeit alleine zu verreisen. Es können jedoch auch kleinere Dige sein, wie zum Beispiel einen anderen Weg zu nehmen beim Heimfahren vom Büro oder ähnliches. Nicht zu viel nachdenken, einfach tun! Tips und einen tollen Beitrag zu diesem Thema findet ihr auf dem Blog Auszweit. […]

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