Shit happens: 5 kuriose Reisegeschichten

Es gibt Situationen auf Reisen die sind so kurios, dass man sie wahrscheinlich nie vergessen wird. Wir haben Reiseblogger nach ihren wundersamsten Geschichten gefragt. Die Antworten machen eins deutlich: langweilig wird es auf Reisen nie!

 

Bahnhof hin oder her (flocutus.de)

floc_wiesnDer schönste Moment in Secunderabad in Indien? Wenn Du am Hauptbahnhof stehst, mit einer Fahrkarte nach irgendwo anders. Aber was steht denn da noch auf meiner Fahrkarte? Abfahrt ist nicht Secunderabad sondern Hyderabad Deccan! Hyderabad ist die Zwillingsstadt von Secunderabad und 8km entfernt!

Gibt es doch nicht, ich habe das Ticket gestern hier am Bahnhof gekauft. Muss ich jetzt den Touristenpreis für ein Taxi nach Hyderabad bezahlen? Warte mal, 8km sind doch 1,5 Stunden zu Fuß, oder? Ich habe noch gut 2 Stunden Zeit! Schon verlasse ich den Hauptbahnhof von Secunderabad beschwingt gen Süden.

1 Stunde später, auf halbem Weg, traue ich meinen Augen kaum. Ein Wintertraumland soll es hier geben bei 38°C. „Snow World, the Magic of Snow“, sagt dann auch der Sicherheitsmann wie in einem Werbeclip. Entweder die indischen Informatiker aus „Cyberabad“ fahren gern Schlitten oder die indische Mittagshitze bekommt mir nicht.

Gut 2 Stunden später erreiche ich schweißgebadet den Bahnhof Hyderabad Deccan, gerade noch rechtzeitig für meinen Zug. Die Bummelbahn macht schon nach wenigen Minuten ihren ersten Halt. Ich glaube mich trifft der Schlag: Wir halten 10 Minuten lang am Hauptbahnhof von Secunderabad.

Florian ist seit 2011 in der Welt unterwegs und schreibt auf flocutus.de über seine Reiseabenteuer und wie man besonders kostensparend reisen kann. Seine Tipps zur Flugsuche sind super hilfreich.

 

King Kong Keo aus Phonsavan (pixelschmitt.de)

thomas-pixelschmitt„King“ Kong Keo ist Guesthouse-Besitzer und der durchgeknallteste Mensch, der mir je begegnet ist. Bei unserem ersten Treffen drehte er mit seinem alten Jeep mal wieder ein paar Runden über die alte Landebahn vor seinem Grundstück, als er die neuen Gäste entdeckte. Er steuerte den Jeep direkt auf uns zu, schlug das Lenkrad ein, sprang aus dem fahrenden Wagen und gesellte sich zu uns. Während wir uns mit ihm unterhielten, drehte der Wagen mehrere Minuten lustig seine Runden auf dem Rollfeld. Irgendwann sprang Kong Keo wieder auf und raste davon, um etwas zu erledigen. Den ersten Abend liessen wir dann noch gemeinsam auf einem laotischen Junggesellinnenabschied ausklingen, aber das würde den Rahmen hier definitiv sprengen.

Auch Thomas ist begeisterter Langzeitreisender und berichtet auf seinem Blog Pixelschmitt nicht nur über seine eigenen Reisen, sondern fasst in seinem Wochenrückblick die spannendsten Artikel aus der Reisebloggerscene zusammen. Vielen Dank dafür lieber Thomas.

 

Manövrierunfähig dem Krokodil entgegen (umdieweltreise.ch)

franzi-zurcher-simon-zryd-weltreiseKennst du die Geschichte von Mary River (Australien), in welcher ein junger Mann von einem Krokodil gefressen wurde, nachdem er schwimmen war? Parkranger meinen, die Wahrscheinlichkeit, beim Schwimmen von einem Krokodil attackiert zu werden, beträgt praktisch 100%.

Den Geschichten und Warnungen entsprechend ehrführchtig stiegen wir in Mary River in unser kleines Motorboot. Das besondere dort ist, dass auch Anfänger alleine mit den kleinen Motorbötchen auf den Fluss gelassen werden. So auch wir.

Es dauert nicht lange, bis wir unzählige Krokodile zu Gesicht bekommen. Beeindruckend, imposant und angsteinflössend. Wir haben uns fast zwei Stunden mit dem Boot auf den Fluss gewagt, hypnotisiert von den unmenschlichen Kreatuen. Der Fluss ist ruhig und während der ganzen Zeit begegnen wir keiner Menschenseele.

Kurz vor unserer Rückkehr entdecken wir ein besonders spektakuläres Tier und schippern vorsichtig, mit genügend Abstand, darauf zu. Plötzlich ein lauter Knall, der Motor schlägt auf etwas auf und schaltet sich augenblicklich aus, wärend wir weiter gemächlich auf das Tier zuschippern.

Es ist totenstill. Wir versuchen rasch den Motor wieder zu starten, erfolglos. Das Boot ist manövrierunfähig und steuert weiter auf das mehrere Meter grosse Tier zu. Wir schauen uns an, suchen nach Gegenständen, um das Boot irgendwie flussabwärts zu treiben. Selbstverständlich ist auf dem kleinen Bötchen nichts zu finden und wir können nur zuschauen, wir wir uns Meter für Meter der Bestie nähern.Das Krokodil bewegt sich keinen Milimeter. Kurz bevor wir das Krokodil erreichen springt der Motor unerwartet wieder an. Wir kommen mit dem Schrecken davon und drehen sofort ab Richtung Anlegestelle.

Die beiden sympathischen Schweizer Fränzi und Simon sind schon mehr als 1500 Tage gereist. Profitiere von dieser Erfahrung und schau auf ihrem Blog umdieweltreise.ch vorbei.

 

Achtung Kontrolle (homeiswhereyourbagis.com)

tobi-marcel-300x200In südostasiatischen Ländern tendiert man ja oft dazu, ohne Helm Roller zu fahren. Interessiert meistens eh keine Sau. Bisher hatten wir auch niemals Probleme, falls wir denn mal ohne Helm losgefahren sind.

So auch an diesem Tag, als Tobi, seine Freundin und ich uns auf Lombok in Senggigi ein paar Motorroller ausgeliehen haben, um dort eine kleine Tagestour zu machen.

Beim Rollerverleih fragte uns der junge Indonesier, ob wir Helme wollen. Wir haben abgelehnt. Was soll schon passieren, ist ja eh nichts los hier heute. Natürlich interessierte das den Typen beim Rollerverleih nicht und er gab uns schnell die Schlüssel, um sich wieder seiner Facebook-Seite zu widmen. Viel Spaß!

So weit, so gut. Wir hatten super Wetter, freie Straßen und einen geilen Tag am Strand. Kurz vor Sonnenuntergang machten wir uns wieder auf den Weg zurück.

Nach einem kurzen Stopp in Senggigi beim Supermarkt sollte es dann den letzten Kilometer zurück zum Hotel gehen. Hier wunderte ich mich schon, warum auf einigen Straßenabschnitten so viele Locals mit ihren Bikes am Straßenrand standen und einige sogar umgekehrt sind. Ich dachte mir nichts dabei und wir fuhren weiter.

Nach einigen hundert Metern wussten wir schließlich warum – denn wir fuhren geradewegs in eine Riesen-Polizeikontrolle an der Hauptstraße! Gerade mal 20 Meter vor unserem Hotel, das auf anderem Weg nicht zu erreichen war.

Ohne Helm bei Polizeikontrollen durchzukommen ist in Indonesien normalerweise mit einem 50.000 Rupiah Schein erledigt. Doch diesmal nicht, denn es war an diesem Tag irgendwie ein ganz hoher Polizeityp anwesend, so dass keine Schmiergelder genommen wurden.

Einen Freund, der bei der indonesischen Armee tätig ist, konnte ich dummerweise nicht auf Handy erreichen. Army-Mitglieder haben dort einen hohen Status und so wäre das sicher schnell geregelt gewesen. Aber Pech! Beide Motorbikes wurden also von der „Polisi“ beschlagnahmt und wir durften jeder über 1 Million Rupiah beim Vermieter zahlen, damit der sich wieder seine Bikes bei der Polizei zurückholen kann.

Lektion: Fahre nie ohne Helm oder habe zumindest immer einen dabei!

Auf ihrem Blog homeiswhereyourbagis.com schreiben Tobi und Marcel über ihr liebstes Reiseziel Südostasien.

 

Die hochprozentige Einreise (Auszweit.de)

Ankunft Sri Lanka Airport mit 5 Stunden Verspätung. Ok, nur noch schnell zum Immigration-Schalter. Wie?…Zahlendreher bei der Reisepassnummer? Ups, ok. Und der andere Pass? Oh noch ein Zahlendreher!
Zu meiner Verteidigung kann ich an dieser Stelle nur vorbringen, dass das Programm für die Online Visa Registrierung bestimmt 5 mal abgestürzt ist und ich am Ende völlig entnervt und unter Zeitdruck die Anträge ausgefüllt habe. Naja, kann ja mal passieren!
So stehen wir also etwas kleinlaut vor dem Chef Officer of Immigration und ich versuche es erstmal mit meinem weiblichen Charme. Hmmm ja total blöder Fehler, könne sie das nicht im System einfach ändern, bitte, bitte, bitte. „You have to pay again“, seine kurze aber sehr bestimmte Antwort. 70 USD. WHAT????? Ok, wir wollten Sri Lanka ja wirklich gerne sehen, also hielten wir ihm unsere Kreditkarte entgegen. „Only cash“, schallte es uns von der anderen Seite des Schreibtisches entgegen. So einer war der Chef Officer of Immigration also! Zu unserem außerordentlich großen Bedauern hatten wir weder Rupien noch genug Dollar oder Euro in der Tasche. Aber der Chief Officer wäre nicht Chief Officer, wenn er nicht auch für dieses Problem eine brillante Lösung parat gehabt hätte.
Wir sollten seinem Handlanger folgen, nicht genau wissend, ob wir nun die Nacht im Gefängnis verbringen müssen. Zu unserer Erleichterung, aber nicht weniger erstaunt endete unser Spaziergang im Duty Free Shop. Wortlos zeigte er auf das Regal mit den Whisky Flaschen. Geistesgegenwärtig griff ich die billigste Flasche für 15 Dollar, zahlte und drückte sie unserem neuen Freund in die Hände, etwas nervös, ob er den billigen Trick durchschauen würde. Dieser wackelte nur freundlich mit dem Kopf (eine für den indischen Raum typische Geste, die „ja“ bedeutet) und verschwand. Wir bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Dies war die erste und letzte Berührung mit Korruption in Asien auf unserer Reise.

 

Was hast du schon lustiges oder kurioses auf Reisen erlebt? Gib uns einen kleinen Einblick und nutze die Kommentarfunktion!



'Shit happens: 5 kuriose Reisegeschichten' have 3 comments

  1. 22/03/2015 @ 11:24 Ayca

    Ein paar tolle Reisegeschichten hab ihr zusammen getragen. Ich hätte von meinen Reisen zwei kuriose Beiträge:
    1. Wir wollten von La Paz nach Uyuni. Es gibt verschiedene Busunternehmen, wir haben uns für den teuersten entschieden. Da dieser als einziger die Strecke in einem Stück fährt und kein Umsteigen notwendig ist, zudem moderne Buse sein sollen. Die Reviews im Internet waren allesamt gut und von Lonely Planet angepriesen. Haha, es war ein uralter Bus und mitten in der Nacht um 4 Uhr wurden wir alle geweckt und wurden aus dem Bus geworfen, im nirgendwo mitten in Bolivien. Das Gepäck wurde entladen und keiner wusste was los war. Nach 1 Stunde kam ein anderer Bus des gleichen Unternehmens und hat auch Passagiere ausgeladen. Lange Rede, die Antwort war, das unser Bus zu alt und kaputt sei um die restliche Strecke bis Uyuni zu fahren und deshalb an dieser Stelle immer ein Buswechsel stattfindet. So viel zum Thema direkte Verbindung. 😉 Das ganze hat 2 Stunden in Anspruch genommen und alle Passagiere, welche gleich anschliessend eine Salar de Uyuni Tour gebucht haben wurden sehr nervös. Wir hatten glücklicherweise unsere Tour erst am Tag darauf gebucht und konnten das ganze stressfrei hinnehmen.
    2. Wir wollten die Monorail Station in Kuala Lumpur gerade verlassen, als direkt vor uns ein Mann stehen blieb, die Hose runterliess und sich aller Öffentlichkeit am Sack angefangen hat zu rasieren. Keine Ahnung was in diesem Mensch gefahren ist.. er sah nicht unbedingt wie ein Obdachloser aus. Der Anblick jedoch war SEHR verstörend.

    Liebe Grüsse
    Ayca

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    • 22/03/2015 @ 17:20 ElenAlex

      🙂 Hi, vielen Dank für deine Stories, sie hätten in der Tat sehr gut in den Beitrag gepasst. Mein Gott, soetwas ist uns nichtmal in Berlin untergekommen (bisher)…

      Liebe Grüße!
      Alex

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    • 02/04/2015 @ 10:32 ilona

      Urgs, das zweite erinnert mich an den Typen in der Wiener U-Bahn, der mir mal anschaulich sein Glasauge vorgeführt hat O.o

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