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Mandalay: Gehen, wenn’s am schönsten ist

N ach Yangon, Bagan und dem Inle See war Mandalay unsere letzte Destination in Myanmar. Die Stadt liegt im Zentrum Myanmars und ist nach Yangon die zweitgrößte Stadt des Landes mit ca. 1,6 Mio Einwohnern. Durch die späte Gründung im Jahre 1857 sucht man antike Tempelanlagen an diesem Ort vergeblich. Alte Königsstädte befinden sich jedoch in unmittelbarer Nähe, sodass es in dieser Region einiges zu entdecken gibt.

Zunächst glaubten wir, die Hauptattraktionen im Stadtzentrum zu Fuß ablaufen zu können. Als wir uns auf dem Stadtplan die Distanzen etwas genauer ansahen änderten wir diesen Plan jedoch. Mit zwei vollen Tagen stand uns nur ein sehr kleines Zeitfenster zur Verfügung. Daher wählten wir die effektivste, aber leider auch teuerste Alternative. Für 70 USD fanden wir einen Fahrer, der uns zwei Tage lang die Stadt und das Umland zeigte. Wir hatten den Eindruck, dass man die Preise mit den Fahrern nicht wirklich verhandeln konnte, da sie überall gleich hoch waren und keiner bereit war davon abzuweichen.

 

Highlights Mandalay

Am ersten Tag besuchten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt selbst, um tags darauf drei der alten Königsstädten in der näheren Umgebung zu besuchen. Eine Besonderheit von Mandalay sind die Blattgoldmanufakturen. Das rhythmische Schlagen aus den Werkstätten ist schon von weitem zu hören. Nur hier in Mandalays Südstadt wird das Gold verarbeitet, welches die Gläubigen des ganzen Landes auf sakralen Gegenständen anbringen. Der Goldene Fels – eine der hiligsten buddhistischen Stätten des Landes – ist wohl das berühmteste Beispiel. Wir fuhren in Mandalays Südwesten, um uns diese religiöse Praxis etwas genauer anzuschauen. Die Mahamuni Buddhastatue ist aufgrund der täglich wachsenden Menge Gold schon völlig unförmig geworden. Das Anbringen des Goldes ist hier Männersache. Frauen dürfen den Buddha nur aus der Ferne verehren. So hat Alex an dieser Stelle die Rolle des Fotografen übernommen.

Nachdem wir uns tagsüber weitere Klöster, Pagoden und natürlich den das Stadtbild prägenden weniger lohnenswerten Königspalast angesehen hatten, setze uns der Fahrer am Fuße des Mandalay Hill ab. fast 1000 Stufen führen den Berg hinauf, wobei man die Steigung auch mit dem Auto überwinden kann. Entsprechend verdutzt war daher unser Fahrer angesichts unseres sportlichen Plans. Aufgrund des Höhentrainings in Nepal legten wir die Strecke in rekordverdächtigen 30 Minuten zurück. Stefan Loose brauchte ganze 45 Minuten… Von ganz oben hat man einen atemberaubenden Blick über die ganze Stadt und den Ayeyarwady Fluss.

 

Ein Tagesausflug in die Umgebung von Mandalay

Den zweiten Tag verbrachten wir in der näheren Umgebung von Mandalay in den alten Königsstädten Amarapura, Saigaing und Inwa. Unser Fahrer schlug uns vor eine Mönchsspeisung zu besuchen. Klasse dachten wir, da uns das Leben der Mönche auf ganz besondere Weise fastziniert und wir uns einen tieferen Einblick erhofften. Es kam alles etwas anders. Schon bei Ankunft in der weitläufigen Klosteranlage bemerkten wir weitere Touristen. Ok, schade, ein Geheimtipp scheint dieser Ort also nicht zu sein. Nach weiteren 20 Minuten hatte wir eher das Gefühl an einem Sonntag Nachmittag im Berliner Zoo eine Löwenfütterung zu besuchen. Neben den Touristenmassen (busseweise) strömten nun auch die Mönche aus allen Richtungen, um sich ihr Essen abzuholen. Dabei standen ihnen natürlich die teilweise distanzlosen Touristen mit ihren Riesenkameras im Weg. Eine völlig absurde Veranstaltung.

Sagaing ist ein Ort, der auf einem großen Hügel ca. 20 km südwestlich vonMandalay am Ayeyarady Fluss liegt. Hier befinden sich mehr als 600 Stupas und Klöster in denen ca. 6000 Mönche und Nonnen leben. Genau hier stellten wir fest, dass wir nun endgültig an einer Kloster-Pagoden-Stupa-Tempel-Reizüberflutung litten. Daher genossen wir „nur“ die wunderschöne Landschaft und schenkten den wild blinkenden Buddhas (siehe Video) nicht mehr unsere volle Aufmerksamkeit. In Inwa, einer Halbinsel im Ayeyarwady Fluss, kann man sich nur per Pferdekutsche fortbewegen. Die ca. zweistündige Fahrt führte vorbei an alten Tempelanlagen und Klöstern und kostete 8 USD pro Kutsche. Kann man machen, muss man aber nicht.

Ein weiteres Highlight der Reise wartete am Abend auf uns. Wir fuhren zu der 1200 m langen U Bein Brücke. Diese besteht komplett aus Teakholz und führt über einen See. Dort beobachteten wir den Sonnenuntergang von einem Boot aus und schossen auch das ein oder andere Foto. Ein richtiger Gänsehautmoment, der einen wunderbaren Abschluss unserer 17-tägigen Reise durch Myanmar bildete.

 

Fazit Myanmar

Kulinarisch wird Myanmar uns nicht in Erinnerung bleiben. Absolut einzigartig sind jedoch die Bewohner dieses faszinierenden Landes. So viel Herzlichkeit, menschliche Wärme und Optimismus hat uns den 17-tägigen Trip zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. An jeder Ecke haben uns die Leute zugewunken und sich ehrlich gefreut, ausländische Touristen zu sehen. Als mir am Inle See die Kette abgesprungen ist, kam in Sekundenschnelle ein kleiner Junge angerannt und hatte sie im Handumdrehen wieder aufgesetzt. Die stolzen Kinderaugen sind nur eines der vielen schönen Bilder, die uns von Mandalay im Gedächtnis bleiben werden.



'Mandalay: Gehen, wenn’s am schönsten ist' have 4 comments

  1. 09/12/2014 @ 22:00 Backpacking in Myanmar: 8 Dinge, die du wissen solltest Backpacker blog

    […] Myanmar, weshalb man sich beim Besuch der Hauptattraktionen (z.B. Bagan, Inle Lake, Golden Rock, Mandalay) wünscht, vor 10 Jahren hier gewesen zu sein. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung, den die […]

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  2. 19/12/2014 @ 8:20 Nick

    Das Bild vom Sonnenuntergang mit den vielen Leuten auf dem Steg finde ich super. Kann mir vorstellen, dass so etwas wirklich ein toller Abschluss ist.

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    • 19/12/2014 @ 9:33 ElenAlex

      Hi Nick,

      je nachdem wie herum man die Reise antritt: Ein schöner Abschluss oder ein schöner Auftakt 😉 Hier die gesamte Reiseroute für 2 Wochen: http://bitly.com/1ANrxVQ

      Beste Grüße aus Laos, Elena & Alex

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  3. 19/12/2014 @ 8:50 Ausz(w)eit / Die ultimative Myanmar Reiseroute I AUSZWEIT

    […] Mandalay ist per Flugzeug sehr einfach zu erreichen. Von Bangkok aus fliegt Air Asia innerhalb von 1,5h in die einstige Hauptstadt Myanmars. Am ersten Tag bietet es sich an, Mandalay City zu erkunden. Da die Distanzen in der Stadt recht groß sind, sollte man sich unbedingt einen Fahrer (Auto oder Motorrad) gönnen, der wenigstens etwas englisch spricht und einem die schönsten Sehenswürdigkeiten zeigen kann. Zu diesen zählen u.a. die Blattgoldmanufakturen, der Königspalast, die Mahamuni Buddha Statue und der Mandalay Hill zum Sonnenuntergang. Am zweiten Tag kann man sich das Umland Mandalays hervorragend anschauen, v.a. die Königsstädte Amarapurna, Saigaing und Inwa sind sehr lohnenswert. Alle Infos rund um diese Ausflugsziele findest du – inklusive Fotos – in unserem Post Mandalay: Gehen, wenn’s am schönsten ist […]

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