Shwedagon Pagode bei Sonnenuntergang

Reisebericht Yangon – The place (not) to be

Myanmar (ehemals Burma) ist die zweite Destination auf unserer 5 monatigen Reise. Wir hatten von Freunden so viel Positives über Land und Leute gehört, sodass unsere Erwartungen entsprechend hoch waren. Yangon (ehemals Rangoon bzw. Rangun zu deutsch) entsprach diesen Erwartungen leider nicht: laut, dreckig, übelriechend und relativ teuer sind die ersten Adjektive die uns zu Yangon in den Sinn kommen. Myanmar ist nach Singapur das teuerste Land Asiens, aus Nepal kommend also erstmal eine Umstellung. Die meiste Zeit haben wir in Yangon damit verbracht, gesundes Essen zu suchen. Die Küche Myanmars ist relativ fettig. Es kam uns so vor, als würde entweder jedes Stück Fleisch oder Gemüse in Öl eingelegt oder frittiert. Curries schmecken alle irgendwie fade und auch der Versuch das Essen anderer Nationen zu kopieren gelingt hier nicht wirklich gut.

 

Reisebericht Yangon Tag 1 – Shwedagon Pagode, Chinatown & erste Orientierung

 

Wir kamen mittags am Flughafen Yangon an. Die Taxifahrt bis nach Chinatown kostete 8 USD. Direkt vor dem Eingang unserer Unterkunft befanden sich zwar große Boxentürme mit laut plärrender Bollywood-Musik aber leider keine Menschenseele, die sich daran erfreuen wollte – außer dem DJ. Leider änderte sich das musikalische Rahmenpogramm die nächsten drei Tage nicht. Der Hauseingang des Hostels mit dem vielversprechenden Namen Golden Star war so schäbig, dass sich vermutlich nicht mal Ratten hierher verirren. Hatte man den Weg bis in den zweiten Stock überwunden und den richtigen Eingang gefunden, wurde es schlagartig besser. Keine Wohlfühloase aber das hatten wir bei einem Preis von 26 USD auch nicht erwartet. Den restlichen Tag haben wir Yangon größtenteils zu Fuß erobert. Unser erstes Ziel war das Wahrzeichen der Stadt: die Shwe Dagon Pagode. Der Weg führte uns zunächst durch das Chinatown Yangons. Überall herrschte geschäftsames Treiben. Die Bürgersteige waren kaum passierbar aufgrund der vielen verschiedenen Essensstände. Zu gerne hätten wir hier einen Food-Guide gehabt, um zu verstehen, was wir da überhaupt vor uns sahen. Alex anfängliche Euphorie über das kulinarische Angebot verflog schlagartig: „Bahhhh, das sind ja frittierte Heuschrecken“. Zu der obligatorischen Mutprobe kam es leider nicht. Der Ekel vor den krossen Krabbeltieren war auf beiden Seiten zu groß. Als wir dann einen Stand mit Dumplings entdeckten und uns drei mal versichert hatten, dass die Füllung nur aus Hühnchen- oder Rindfleisch bestehen würde, schlugen wir uns den Magen voll.
So gestärkt erklommen wir anschließend den Berg zur Shwe Dagon Pagode, um von dort aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Die Pagode ist eines der wichtigsten heiligen Städten der Buddhisten in Myanmar und das Wahrzeichen der Stadt. Gerade bei Nacht erstrahlt sie im Glanze der Lichter und ist weithin sichtbar. Im öffentlichen Bus, auf dem Weg zurück ins Hostel, bekamen wir zum ersten Mal die Freundlichkeit der Einheimischen zu spühren. Der Bus war zu der Zeit rappelvoll. Sofort sprangen zwei Männer auf um uns Platz zu machen, halfen uns mit dem zu zahlenden Preis und sorgten dafür, dass wir ja nicht die richtige Haltestelle verpassten.

 

Reisebericht Yangon Tag 2 – von Mönchen, Klöstern und Riesenbuddhas

 

Die erste Hälfte das nächsten Tages verbrachten wir mal wieder mit der Suche nach halbwegs vernünftigem Essen. Das Frühstück in unserem Hostel bestand aus einer Scheibe Toast ohne Aufstrich, einem halben Apfel und Instantkaffee. Derart ernüchtert verließen wir unsere Absteige und machten uns auf die Suche nach einem netten Café. Nach einer Stunde und reichlich unterzuckert entschieden wir uns einfach in ein gutes Hotel einzuschleichen. Der Plan ging auf und wir schlugen uns derart die Bäuche voll, dass wir bis zum Abendessen satt waren. Die Übernachtung hätte uns dort schlappe 90 USD gekostet, das Frühstück dagegen nur 4 USD. Das fanden wir fair. Danach machten wir dann das übliche Touri-Programm. Der liegende Buddha in der Kyaukhtagyi Pagode ist aufgrund seiner Ausmaße von 70 m mal 10 m sehr eindrucksvoll. In der Nga Htat Gyi Pagode gleich nebenan befindet sich dann noch das sitzende Pendant, ebenfalls 10 Meter hoch. Zu dem Pagodenkomplex gehören mehrere Klöster, in denen insgesamt 1200 Mönche, Nonnen und Novizen leben. Einer der Novizen zeigte uns die Anlage und wusste viele interessante Hintergründe zu der klösterlichen Lebensführung zu berichten. Von den 50 Millionen Buddhisten in Myanmar leben eine halbe Millionen als Mönche oder Nonnen. Viele ärmere Familien erhoffen sich durch die Klöster eine gute Ausbildung für ihrer Kinder. Mit 18 Jahren müssen sich die Novizen für oder gegen ein weltliches Leben entscheiden. Besonders beeindruckt hat uns die Tatsache, dass die Mönche nach dem Mittagessen um 12 Uhr keine Mahlzeit mehr zu sich nehmen.

Am Folgetag hatten wir genug vom Großstadttrubel und ließen uns an den Inya Lake fahren. Zu gerne wären wir hier eine Runde gesegelt. Unser Versuch eine Jolle auszuleihen endete mit den Worten „members only“. Wir überließen den Bonzenkindern von Yangon das Feld und begnügten uns den Rest des Tages damit im Clubhaus zu essen und neue Abenteuer zu planen. Von unserer Fahrt im Luxusbus, der ersten krankheitsbedingten Auszeit (nicht Auszweit, Elena hatte ja gesundes Fastfood gegessen) und dem wundervollen Bagan berichten wir euch in unserem nächsten Post.



'Reisebericht Yangon – The place (not) to be' have 9 comments

  1. 02/12/2014 @ 12:55 Ausz(w)eit / Mandalay: Gehen, wenn's am schönsten ist I AUSZWEIT

    […] ach Yangon, Bagan und dem Inle See war Mandalay unsere letzte Destination in Myanmar. Die Stadt liegt im […]

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  2. 17/02/2015 @ 10:47 Mandy

    Hi Ihr Zwei,
    Yangon ist wahrlich eine Stadt der Kontraste und überforderte mich an den ersten Tagen ebenfalls sehr! Bei mir kam hinzu, dass ich noch nie in einem anderen südostasiatischen Land war. Andererseits war ich abenteurfreudig und offen und so saugte ich all die verrückten, fremdartigen und auch leicht überfordernden Eindrücke wie ein Schwamm auf. Meine ersten Nächte verbrachte ich ebenfalls in Chinatown und hatte das Glück, dass ich mit einem Deutsch-Thai unterwegs war. Er kannte sich zwar auch nicht sonderlich gut aus, aber wir probierten auf dem Markt alles, was frisch und obstig war und ließen uns Shan Noodle an einem der vielen Stände zaubern. Ich war damit relativ glücklich. Auf der Weiterreise erlebte ich dann natürlich, dass Obst sehr viel frischer und leckerer als in Chinatown Yangon geht, aber dennoch: Muss man mal mitgemacht haben!
    Viele Grüße
    Mandy

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    • 17/02/2015 @ 16:58 ElenAlex

      Hi Mandy,

      da warst du in puncto Essen wohl erfolgreicher als wir 🙂 Nachdem ich mir den Magen am 2. Tag in Myanmar verdorben habe, war ich mit Salaten und Obst etwas vorsichtig, c’est la vie…

      LG Alex

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  3. 01/03/2015 @ 17:24 Kathleen

    Hallo ihr beiden,

    wir sind seit gestern Abend in Yangon und haben uns als erste Mahlzeit eine scharfe Mixtur aus Hähnchen, Reis und Fisch gegönnt. Auf einer der Hauptstraßen in Richtung des Flußes gab es dann noch ein leckeres Eis hinterher.

    Die Straßenzüge ähneln sich sehr und erinnern uns an unseren Trip nach Hanoi.

    Liebe Grüße

    Kathleen

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    • 01/03/2015 @ 21:07 ElenAlex

      Hi Kathleen,

      genießt die Zeit in Yangon, die Stadt hat viel zu bieten. Und eure Speise hört sich schon sehr viel besser an als das was wir dort gefunden haben 😉

      LG! Alex

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      • 21/03/2015 @ 21:47 Kathleen (Travelcats)

        Danke, die haben wir. Wir waren zu Beginn und zum Ende unserer Reise in Yangon. Die ersten Eindrücke waren noch etwas mau, aber die letzten 1,5 Tage vor Rückreise haben uns doch gut gefallen. In der Nähe der Sule Pagode (etwas nördlich) haben wir dabei noch ein nettes Dumpling-Restaurant gefunden – das war sehr lecker und dazu noch günstig.

        Noch sind nicht alle Yangon-Berichte geschrieben, aber die gibt es nach und nach unter http://www.travelcats.de/tag/yangon/ aufgelistet

        Liebe Grüße

        Kathleen

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  4. 11/07/2016 @ 20:18 Doris und Walter

    Hallo ! Ein wirklich interessanter Bericht zu Myamar mit schönen Fotos !
    Liebe Grüße von den Myanmar-Fans Doris und Walter 🙂
    unsere Reiseberichte zu Myanmar kannst du , wenn du möchtest, hier verfolgen :

    http://reise-berichte.at

    lg
    Doris und Walter

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  5. 16/08/2016 @ 2:17 Siegfried Weltenbummler

    Also ich wundere mich beim Lesen von „Bahh..das sind ja frittierte Heuschrecken“ doch sehr was für unerfahrene verklemmte Leute Webseiten mit vermeintlichen Reiseberichten erstellen. *kopfschüttel*
    Was macht ihr in Hanoi oder China wenn da Katzen und Hunde daliegen? Eröffnet ihr nen Infostand und kämpft gegen die kulturellen Eigenheiten (die ich auch nicht immer gutheisse)….aber irgendwie kommt mir das vor als ob hier ne 14jährige angeekelt was schreibt. Bleibt am besten in Europa dann erspart ihr den Leuten dort die Beleidigung und euch die Peinlichkeiten!

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